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18 Oktober 2009

FriedenspreisREDE VOLLTEXT nicht bequem!

Die vollstaendige Rede enthaelt Passagen, die den ELITEN NICHT RECHT SIND.

Er nennt zB den 11.September (eine vom US-militaer ausgefuehrte FALSCHE FLAGGE OPERATION)


(FRANKFUT/MAIN/dpa) Im Folgenden sind Auszüge aus seiner Dankesrede aufgelistet:

(...) "Der dritte Weltkrieg hat stattgefunden, auch wenn die meisten Europäer das Glück hatten, nicht den Blutzoll zahlen zu müssen. Ungefähr 20 Millionen Tote nach 1945 - die, im Unterschied zu denen des Zweiten Weltkriegs, so gut wie unbekannt geblieben und einem brutalen Vergessen anheimgegeben sind. Wir wiegen uns in der Illusion, ohne Krieg zu leben, weil der Rhein keine von Hunderttausenden von Soldaten umkämpfte Grenze mehr ist, oder weil auf dem Karst hinter Triest nicht mehr diese Grenze verläuft, die der unüberwindbare Eiserne Vorhang war und ein Pulverfass zugleich. Diese Grenze meiner Kindheit und Jugend trennte nicht nur zwei politische Welten, sondern auch eine Mauer, um den Osten auszuschließen, den immer verachteten und gefürchteten Osten, oder, wie man sagte, "das andere Europa". Heute ist diese Grenze nicht aufgehoben, sondern nur verschoben, um einen anderen, noch östlicheren Osten auszuschließen. Eine Grenze, die nicht als Durchgang, sondern als Mauer, als Bollwerk gegen die Barbaren, erlebt wird, bildet ein latentes Kriegspotenzial.

Heute sind es andere Grenzen, die den Frieden bedrohen, bisweilen unsichtbare Grenzen im Innern unserer Städte, zwischen uns und den Neuankömmlingen aus allen Teilen der Welt, die wir kaum wahrnehmen, denn, wie es im Lied von Mackie Messer heißt: "die im Dunkeln sieht man nicht". Nicht nur an den italienischen Küsten landen Flüchtlinge, die man für räuberische Piraten hält. Die Reaktionen auf eine solche mit einer Invasion verwechselte Exilsuche sind hysterisch und symptomatisch in ihrer Brutalität. Im Jahr 2000 begab sich ein bekannter italienischer Politiker, der später Minister der Republik wurde, nach Lodi in der Lombardei, an den Ort, wo eine Moschee gebaut werden sollte. An einer Leine zog er ein Schwein hinter sich her, um die muslimischen Immigranten, die diese Moschee errichten wollten, zu beleidigen. Auch das ist ein kleiner kriegerischer Akt.

Als italienischer Patriot hoffe ich, dass mein - im übrigen bezauberndes - Land nicht noch einmal Vorkämpfer in negativem Sinn sein wird: Den Faschismus in Europa haben schließlich wir erfunden, auch wenn uns danach andere in ihrem Eifer weit übertroffen haben. Der neue Populismus, der heutzutage mehr oder weniger überall in Europa umgeht, schafft, wie ein Historiker schrieb, Demokratien ohne Demokratie. Er ist eine Gefahr für die Demokratie und für den Frieden - jede Bedrohung der Demokratie ist eine Gefahr für den Frieden, ganz gleich in welcher Form sie auftritt - auch wenn er nichts mit dem klassischen Faschismus zu tun hat: ein Terminus, der in diesem Fall so unangebracht ist wie ein alberner Refrain.

Dieser Populismus ist eine schwammige gesamtgesellschaftliche Erscheinung, welche die unverbrüchlichen Grundwerte, jedes Gefühl für Recht und Unrecht, jeden Bezug zwischen dem Wohl des einzelnen und dem Gemeinwohl aufgibt. Ein Gefühl, das zwar nicht ausreicht, aber das zu haben notwendig ist, um wenigstens hoffen zu können, dass man Gerechtigkeit schafft und damit Frieden. Ohne Gerechtigkeit ist kein Frieden möglich. Die wachsende Unduldsamkeit gegenüber dem Gesetz, das die Straftaten verfolgt, und die Beschneidung der Justiz, die sie verfolgt, bringen den düsteren Traum von einem Leben ohne Gesetz oder mit so wenig Gesetz wie möglich zum Ausdruck, also von einem Dschungel, einem Zustand von bellum omnium contra omnes, jeder gegen jeden, in dem die Starken auf wenig Widerstand stoßen, wenn es darum geht, die Schwachen zu unterdrücken. (...)

Es ist leicht und auch angebracht, die Unmenschlichkeit derjenigen zu kritisieren, welche die Einwanderer zurückweisen. Aber es könnte der Moment kommen, in dem die Anzahl unserer Mitmenschen auf der Welt, die mit Recht ihren unerträglichen Lebensumständen entfliehen wollen, derart zunimmt, dass sie buchstäblich keinen Platz mehr finden und damit untragbare Konflikte auslösen, in unvorhersehbaren Formen, die ebenfalls ganz anders sind als das, was wir traditionsgemäß Krieg nennen.

Angesichts der weltweiten Dimension solcher möglichen Katastrophen erscheint die gegenwärtige Schwäche und Zerrissenheit Europas doppelt schmerzlich und schuldhaft. Nur ein wirklich geeintes Europa, ein echter Staatenbund - natürlich dezentralisier - könnte fähig sein (und wäre dazu verpflichtet), sich Problemen zu stellen, die über das Nationale hinausgehen. Auf Europa wartet die große und schwierige Aufgabe, sich den neuen Kulturen der "neuen Europäer? aus der ganzen Welt zu öffnen, die es durch ihre Mannigfaltigkeit bereichern. Es wird darum gehen, uns selbst infrage zu stellen und offen zu werden für den größtmöglichen Dialog mit anderen Wertsystemen, dabei jedoch Grenzen um ein winziges, aber präzises und nicht mehr verhandelbares Quantum an Werten zu ziehen, an für immer erworbenen und als absolut anzusehenden Werten, die nicht mehr zur Diskussion gestellt werden: wenige, aber eindeutige Werte, wie zum Beispiel die rechtliche Gleichstellung aller Bürger, unabhängig von Geschlecht, Religion oder Volkszugehörigkeit. Doch solange Europa noch eine Parallelaktion ist, wird unsere Realität wie die Musils "in der Luft stehen".

Viele Utopien von einem Paradies auf Erden sind verflogen, doch nicht verflogen ist die Forderung, dass die Welt nicht nur verwaltet, sondern vor allem auch verändert werden muss. "Ändere die Welt, sie braucht es!" forderte Bertolt Brecht." (...)

Claudio Magris nahm Friedenspreis entgegen

Claudio Magris dankt für den Preis
Claudio Magris dankt für den Preis

Der italienische Schriftsteller Claudio Magris nahm heute Mittag in der Frankfurter Paulskirche den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2009 vom Vorsteher des Börsenvereins Gottfried Honnefelder entgegen.

"Frieden versteht sich nicht von selbst. Er ist weder ein Geschenk der Natur, noch bloße Utopie. Wo er anzutreffen ist, entsteht er durch uns selbst als ein Resultat unserer Kultur." Mit diesen Worten eröffnete Gottfried Honnefelder die Feierstunde.

Wie das Aufeinandertreffen von Kulturen zu Begegnung und Austausch und nicht zu Abgrenzung und Streit führt, ist die entscheidende Frage.
"Es gibt Orte . wo diese Kunst, Kulturen für einander zu öffnen, unabdingbar für den Frieden ist, weil sie dort so viel unmittelbarer aufeinander treffen als anderswo. Und es gibt Menschen, die diese Kunst wahrhaft beherrschen . Als einen solchen engagierten Dolmetscher und sprachmächtigen Interpreten der Kulturen begrüße ich . Claudio Magris."

Weiter formulierte der Vorsteher des Börsenvereins: "Wer da -- meist an einem Tisch des Café San Marco in der Via Cesare Batisti in Triest -- schreibt, ist ein genauer Beobachter, Philologe und Germanist, Schriftsteller und Poet, italienischer Nationalist und engagierter Europäer. Und was er schreibt, ist nicht geschichtsfernes Wunschdenken, sondern visionäre Zeitgenossenschaft. Denn er beschreibt, was möglich ist im neu zusammenfindenden Europa."

Als "Meister des Blau" könnte Claudio Magris, so begann Karl Schlögel seine Laudatio, auch vorgestellt werden. Aber hier geht es um "den Claudio Magris, der uns Europa gezeigt hat, den Entdecker des anderen Europa, des mittleren und östlichen, dessen, was man -- in Deutschland jedenfalls -- sich lange nicht getraut hat, Mitteleuropa zu nennen.

Es gibt Punkte auf der Landkarte des geteilten Europas, an denen das Bewusstsein von seiner Teilung immer lebendiger als anderswo geblieben und die andere Seite nie außer Sichtweite geraten war. Orte des Phantomschmerzes." Ein solcher Meridian zieht sich auch durch Triest, die Stadt wurde für Claudio Magris, wie er selbst sagt, zum "idealen Beobachtungsposten Richtung Europa". In vielem erinnerte Triest, in dem Claudio Magris 1939 geboren wurde, an die paradoxe Lage Berlins nach dem Krieg.

Triest bot im 18. Jahrhundert Vielsprachigkeit, hier kamen Italiener, Slaven, Deutsche, Österreicher, Ungarn, Armenier, Levantiner, Griechen zusammen, es gab eine blühende jüdische Gemeinde. Triest war für Magris Europa im Kleinen, ein Ort, aus dem man Kraft schöpfen konnte. Aber Triest hat auch eine empfindliche, eine doppelte Seele, die seismografisch auf Beben reagiert -- hier spürt man sich ankündigende Veränderungen eher.

Karl Schlögel würdigte herausragende Werke des Schriftstellers wie das Donaubuch, "die Erkundung eines Raumes von höchster Dichte und Kohäsion, von Zusammenhalt und zugleich katastrophischen Brüchen." Er stellte fest, dass Magris. "Romane bevölkert sind von Opfern und Tätern, manchmal auch Opfern und Tätern in einer Person, wie sie nur der geschichtliche Schauplatz des mittleren Europa hervorgebracht hat."

Er schloss seine Laudatio mit den Sätzen: "Europa kann nach dem 20. Jahrhundert eine Portion Schönheit und Zuversicht gebrauchen. Für dieses Geschenk danken wir Claudio Magris."

Nach der Übergabe der Auszeichnung erinnerte sich Claudio Magris in seiner Dankesrede zunächst an einen polyglotten Professor und Sammler von Kriegsmaterial, der ein "Kriegsmuseum für den Frieden" gründen wollte. "Diese universale Ausstellung des Krieges sollte ein Schreckensszenario größten Ausmaßes erzeugen, um den Krieg ein für allemal aus den Herzen der Menschen zu verbannen und damit immerwährenden Frieden zu schaffen." Der Sammler starb bei einem mysteriösen Brand in seinem Kriegsgerät. Doch war nicht hinter der pazifistischen Absicht des Professors auch die Faszination für den Krieg verborgen? "Das ist der Grund, warum ich seit langem mit dem Schatten dieses Mannes lebe, den die Flammen seines Scheiterhaufens auch in mein Gehirn projiziert haben -- und auf das Papier, auf das ich zu schreiben versuche." Der Irrglaube an die Notwendigkeit des Krieges in der Geschichte ist gefährlich.

"Eine weitere Gefährdung des realen Friedens lauert in der biederen Überzeugung, dass der Fortschritt bereits verwirklicht wurde, dass die Zivilisation die Barbarei besiegt habe und dass der Krieg, zumindest in unserer Welt, ausgerottet sei -- so wie das Gelbfieber und die Pocken durch Impfung. Von Krieg wird nicht gesprochen, selbst wenn es ihn gibt; er wird nicht erklärt, selbst wenn man Bomben wirft", warnte Claudio Magris. "Der Dritte Weltkrieg hat stattgefunden, auch wenn die meisten Europäer das Glück hatten, nicht den Blutzoll zahlen zu müssen. Ungefähr 20 Millionen Tote nach 1945 -- die, im Unterschied zu denen des Zweiten Weltkriegs, so gut wie unbekannt geblieben und einem brutalen Vergessen anheim gegeben sind", konstatierte Magris.

Der Krieg habe heute viele Gesichter, er tarnt sich in verschiedenen Erscheinungsformen wie dem Blutbad in Biafra, dem 11. September in New York oder den Tonnen von Methylisocyanat in Bhopal.

"Nur ein wirklich geeintes Europa, ein echter Staatenbund -- natürlich dezentralisiert -- könnte fähig sein (und wäre dazu verpflichtet), sich Problemen zu stellen, die über das Nationale hinausgehen . Es wird darum gehen, uns selbst in Frage zu stellen und offen zu werden für den größtmöglichen Dialog mit anderen Wertsystemen, dabei jedoch Grenzen um ein winziges, aber präzises und nicht mehr verhandelbares Quantum an Werten zu ziehen . wie zum Beispiel die rechtliche Gleichstellung aller Bürger, unabhängig von Geschlecht, Religion oder Volkszugehörigkeit ", forderte der Schriftsteller.

Claudio Magris dankte für den Preis, der eigentlich mit vielen Menschen, ohne die er, der Autor, nicht so geworden wäre, wie er heute ist, geteilt werden müsse, und versprach, sich jeden Morgen beim Blick in den Spiegel an diesen großen Tag zu erinnern.

1 Comments:

Anonymous Anonym said...

Giftiges Titandioxid für alle?

Wir alle nehmen Titandioxid zu uns und geben es auch unseren Kindern.
Titandioxid (E171 bzw. CL 77891) ist vielen Dingen, die wir zu uns nehmen wie z.B. Nahrungsergänzungsmitteln, Arzneimitteln, Tabakerzeugnissen, aber auch Dragees, Kaugummis und Überzügen, Zahnpasta und Sonnenschutzmitteln zugesetzt. Titandioxid ist ohne Höchstmengenbeschränkung für Lebensmittel allgemein zugelassen. Die offizielle Version ist, dass wir diesen Zusatzstoff ohne Einschränkung verzehren könnten (vgl. z.B. http://www.zusatzstoffe-online.de/zusatzstoffe/44.e171_titandioxid.html).
Unter http://www.carl-jaeger.de/PDF/SD/TITAN.PDF stehen folgende Warnhinweise eines Titandiox-Herstellers: “Basierend auf Inhalationsstudien an Ratten entschied das IRAC, dass „ausreichender Beweis für Karzinogenität von Titandioxid an Versuchstieren vorliegt“, daraus ergab sich die Gesamteinstufung der IRAC: „Titandioxid ist ein potenzielles Humankarzinogen (Gruppe 2b).“ Es soll getrennt von Nahrungs- und Genussmitteln gehalten werden. Nach Hautkontakt soll man die Haut mit viel Wasser und Seife abwaschen und nach Verschlucken soll man bei Beschwerden ärztlichen Rat einholen.
Das Inhalieren von Titandioxid wird auch zugemutet. Der Handelsname ist Kronos 1007 (vgl. Sicherheitsdatenblatt unter
http://www.kronosww.com/KronosFiles.nsf/wLookup/DTobacco/$file/sd1036_-_KRONOS_1007_(D).pdf .
Auch haben Forscher winzige Titandioxid-Teilchen schwangeren Mäusen injiziert. Beim Nachwuchs war danach die Aktivität Hunderter Gene verändert - ähnlich wie bei neurologischen Erkrankungen (vgl. http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,638825,00.html).
Im Sicherheitsdatenblatt eines Herstellers des Lebensmittelzusatzes (!) Titandioxid (Handelsname: Titandioxid Pharma) gemäß 1907/2006/EG Artikel 31 ist unter Erste-Hilfe-Maßnahme u.a. angegeben: Nach Verschlucken: sofort ärztlichen Rat einholen (vgl. http://www.silbermann.de/download/SDB/49278200.pdf).
Nach den Angaben dieses Herstellers des Lebensmittelzusatzes Titandioxid Pharma müssten wir somit alle schon lange ärztlichen Rat einholen.
Weitere Sicherheitsdatenblätter mit Gefahrenhinweisen, die nur im Internet zu finden sind, von denen der Verbraucher aber nichts auf den Produkten findet, können im Internet gefunden werden.
Haben wir einen funktionierenden Verbraucher- und Gesundheitsschutz oder ist alles mehr Schein als Sein?

Di. Juni 01, 02:59:00 PM MESZ  

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