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29 Oktober 2007

Ein mörderisches Meisterstück

Primus Inter Paris...
...oder wie man dafür sorgt, dass Gleichgesinnte gleichgesinnt bleiben.

Am 9. September 1952 erscheint der frühere SS-Hauptstürmführer Hans Otto
bei der Frankfurter Kriminalpolizei. Seine Aussage führte zu einem der
ersten Skandale der noch jungen Bundesrepublik Deutschland. Sie betraf den
sog. „Technischen Dienst des Bundes Deutscher Jugend". Dieser, mit Hilfe
eines anderen Dienstes, nämlich der CIA, gegründete und ausgebildete
Dienst war gegründet worden, um in Falle eines Rückspieles zum großen
vaterländischen Krieg zwei Aufgaben zu erfüllen: Sabotageakte hinter der
Front gegen russische Besatzungstruppen und die Ausschaltung von
potentiellen Kollaborateuren. Letzteres war die harmlose Umschreibung für
die Ermordung deutscher Politiker. Auf den mit CIA Geldern aufgestellten
Listen fanden sich die Namen praktisch der gesamten damaligen SPD
Prominenz, von Wilhelm Apel bis Herbert Wehner. Ein Aufschrei ging durch
die Republik, aber nach 2 Wochen war alles vorbei. Die Bundesanwaltschaft,
schon vorher eher uninteressiert an den Akten des hessischen
Verfassungsschutzes zum Technischen Dienst, ordnete die Freilassung aller
inhaftierten TD Mitglieder an. Man sollte annehmen das diese
Strafvereitelung Konsequenzen haben würde und sie hatte es auch, der
ehemalige NS Staatsanwalt Dr. Hubertus Schrübbers fiel bis auf den
Chefsessel des Bundesamtes für Verfassungsschutz. Den interessantesten
Einlass der Affäre lieferte jedoch der Spiegel am 29.10.1952. „Der
„Technische Dienst" in Deutschland ist nämlich nur ein Zweig einer über
ganz Europa verbreiteten und von den Amerikanern unterstützten
Partisanenorganisation, deren Schwergewichte in Frankreich, den
Beneluxländern, Italien, aber auch auf der iberischen Halbinsel liegen."

Am 17.10.1990 konnte es Giulio Andreotti, dem damaligen italienischen
Ministerpräsidenten, gar nicht schnell genug gehen. Seine Boten
überbrachten einer Terrorismuskommission des italienischen Parlamentes ein
Dossier über den hiesigen Zweig des US Partisanennetzwerkes in Europa,
Gladio genannt. Was als durchdachter, innenpolitischer Schachzug
Andreottis begann, sollte, ebenso wie der technische Dienst in
Deutschland, zu einem handfesten Skandal heranwachsen.
Nur diesmal hatte er Konsequenzen. Im Verlauf der nächsten Jahre waren die
italienischen Gerichte gut mit Gladio beschäftigt. Gladio Mitglieder
standen plötzlich im Mittelpunkt der Ermittlungen zu Terroranschlägen in
den 60er, 70er und Anfang der 80er Jahre und wurden u.a. wegen des
Bombenanschlages auf den Bahnhof von Bologna, wohl der 11. September der
damaligen Zeit, verurteilt und im Gegenzug etliche fälschlich beschuldigte
und verurteilte Mitglieder der „Roten Brigaden", einer linken
Terrororganisation vergleichbar mit der deutschen RAF, auf freien Fuß
gesetzt.

Auch für einige offiziell nicht aufgeklärte Straftaten & Attentate konnten
erfolgreich Gladio Mitglieder dingfest gemacht werden. Bei anderen Taten
der „Roten Brigaden" konnten merkwürdige Gladio Aktivitäten festgestellt
werden. Bei der Moro Entführung z.B., daß ein Oberst des ital.
Geheimdienstes Camillo Guglielmi, Gladio Offizier und dort verantwortlich
für die Ausbildung, die Entführung von Moro mit angesehen hat. Ohne was zu
tun, zu helfen, einen Bericht darüber zu verfassen oder auch nur einen
Krankenwagen für die niedergeschossenen Begleiter oder gar die Polizei zu
rufen.
Aber das war noch nicht alles, Obendrein fand man in einem Notizbuch des
Brigademitgliedes Valerio Morucci die Telefonnummer des Chefs des
Vatikangeheimdienstes Pro Deo, des SISMI-Generals & Gladio Kommandeurs
Giovanni Romeo und des am Tage der Entführung diensthabenden Offiziers im
Polizeipräsidium Esposito. Weiter wurden am Tatort auch Patronenhülsen
sichergestellt die, wie die von Gladio verwendete Munition, mit
Speziallack versiegelt waren, damit man sie bedenkenlos irgendwo vergraben
kann. Im Zuge der Gladio Ermittlungen bekam die Familie des „abgestürzten"
Industriellen Matthei endlich die seit 30 Jahren verweigerte Obduktion
seiner Leiche, an ihr fand man Sprengstoffreste...
*Zufällig* war einer der Leibwächter Matteis, der die Maschine vor dem
Start inspizierte, Gladio Mitglied. Die CIA hat über den Tod Matteis
natürlich auch einen Bericht, dessen Veröffentlichung allerdings auch nach
Ablauf der Sperrfrist mit "nationalen Sicherheitsgründen" verweigert wird.
1994 schließlich sagte ein ex-Mafia Boss vor einem Untersuchungsrichter
aus, daß seine Leute von der CIA den Auftrag bekamen den Journalisten De
Mauro zu ermorden....der just grade zum Tod Matteis recherchierte. Um die
Verbindung Gladio <-> CIA endgültig dingfest zu machen, sollte man sich
einen Prozess gegen Gladio Offiziere im Jahre 1994 ansehen: dort konnte
der Richter Felice Casson nachweisen, daß Gladio der CIA durch eine SACEUR
(eine NATO Einrichtung) Direktive vom Juni 1968 der CIA *direkt*
unterstellt war.

Das es nun eine NATO Partisanentruppe gab die direkt der CIA unterstellt
war und in Italien offenbar Jahrzehnte gemordet hat erklärt nun aber noch
nicht wie es gelang dies nicht nur unentdeckt zu tun, sondern auch noch
Linksterroristen erfolgreich dafür verantwortlich zu machen und in
Gefängnissen verschwinden zu lassen.

Zwischen dem Zweiten Weltkrieg und mindestens bis zum Ende des Kalten
Krieges gab es in Europa ein Partisanennetzwerk der NATO, in Italien
Gladio, in Deutschland SBO (stay behind Organisation) genannt. In Italien
konnten dieser Geheimarmee diverse Terroranschläge nachgewiesen werden,
für die man zuvor Linksterroristen verantwortlich gemacht hatte. In
Deutschland konnte man in Sachen Staatsterrorismus lediglich auf das
Celler Loch verweisen, das 8 Jahre lang Sympathisanten des einsitzenden
Terroristen Sigurd Debus zugerechnet wurde, bevor Verfassungsschutz und
GSG 9 1986 als Täter entlarvt wurden, und auf Peter Urbach, dem netten
Verfassungsschutzbeamten, der randalierenden Studenten vor dem Springer
Verlag in Berlin die Molotow-Cocktails in die Hand drückte und auch so
freundlich war, die Zeitzünderbombe zu besorgen mit der US Präsident
Richard Nixon begrüßt werden sollte.
Nur warum konnten die italienischen "Gladiatoren" nicht nur viele Jahre
lang unentdeckt operieren, sondern auch noch erfolgreich Linke für ihre
Taten verantwortlich machen?

"Licio Galli" heißt die Antwort, oder viel mehr "Propaganda Due"(P2), eine
italienische Geheimloge, Freimaurer gewissermaßen. Der Linksterrorismus,
die Gladio Aktivitäten, all das endete praktisch auf einen Schlag als die
Loge aufflog. Der Staat sah sich gezwungen eine Generalamnesty
auszusprechen, da sonst das Staatswesen zusammengebrochen wäre. Zu viele
Polizisten, Militärs, Richter, Wirtschaftsgrößen und Geheimdienstler
fanden sich auf der Mitgliederliste, unter ihnen auch der heutige
italienische Ministerpräsident Silvio Berlusconi. Die Loge war eine Art
Euro-Arm der CIA, verkündete der öffentlich-rechtliche Sender RAI und
wurde mit 10 Millionen US$/Monat aus CIA Geldern unterstützt, wie das
italienische Parlament herausfand.
Was tat die Loge P2 nun mit all ihren Mitgliedern und Unmengen an Geld?
Neben bewaffneten und faschistischen Aktivitäten sah man eine der
Hauptaufgaben darin, Terrorgruppen zu restrukturieren und sie sich, und
damit der CIA, unterzuordnen. Eine dieser Gruppen waren die Roten
Brigaden, das einheimische Gegenstück zur RAF.

Der wohl spektakulärste Anschlag der Roten Brigaden dürfte die Entführung
Aldo Moro gewesen sein, dem Führer der italienischen Christdemokraten und
Schöpfer des "historischen Kompromisses" zwischen Christdemokraten und
Kommunisten. Diese Entführung, durchgeführt durch die Roten Brigaden,
wurde dennoch organisatorisch durch die Loge P2 betreut. Der offiziellen
Ermittlungskommission arbeitete eine Schattenkommission entgegen, die
zuverlässig ein Auffinden des Versteckes Moros verhinderte, bis zu seiner
Ermordung am 9. Mai 1979. Die Überwachung der Ermittlungstätigkeiten
funktionierte vor allem deshalb so reibungslos, weil 5 Mitglieder
gleichzeitig in beiden Kommissionen saßen, darunter die beiden
italienischen Geheimdienstchefs und gleich zwei CIA Agenten, Umberto
Federico D'Amato (viele Jahre Chef des CIA Büros in Bern) und Steve
Pieczenik (Chef der Anti- Terrorismusabteilung des State Department).
D'Amato war in den 70?er Jahren hauptsächlich mit dem Infiltrieren
linksradikaler Organisationen, u.a. der Roten Brigaden, befasst.
Das "Killerkommando" der Roten Brigaden erwartete Moro und seine Begleiter
in einer engen Straße, tötete all seine Begleiter mit militärischer
Präzision und konnte unerkannt entkommen. Und das durch großen "Zufall",
denn in einer der Fluchtstraßen war ständig ein Polizeiwagen postiert
(Objektschutz), er wurde nur genau in diesem Moment abgezogen. Bei den
Ermittlungen wurden auf der anderen Straßenseite Patronenhülsen gefunden,
deren Herkunft zunächst unbekannt war, bis Gladio aufflog. Die Munition
war mit Speziallack versiegelt, genauso wie die Gladio-Munition, die so
bedenkenlos in Erdlöchern versteckt werden konnte. Im Zuge der
parlamentarischen Ermittlungen zu Gladio kam unter anderem zu Tage, daß
ein Oberst des italienischen Geheimdienstes, Camillo Guglielmi, ein
Offizier des Gladio war und dort verantwortlich für die Ausbildung, die
Entführung Moros mit angesehen hatte. Ohne irgendetwas zu tun, zu helfen,
einen Bericht darüber zu verfassen oder auch nur die Polizei oder einen
Krankenwagen für die niedergeschossenen Begleiter zu rufen...
Als wäre das noch nicht genug, fand man in einem Notizbuch des Brigade
Mitgliedes Valerio Morucci die Telefonnummern des Chefs des
Vatikangeheimdienstes Pro Deo, des SISMI-Generals und Gladio Kommandeurs
Giovanni Romeo und des am Tage der Entführung diensthabenden Offiziers im
Polizeipräsidium Esposito. Gleich dreimal fiel während der Entführung das
Telefonsystem aus; der Generaldirektor der staatlichen Telefongesellschaft
SIP, Michele Principe, war Mitglied der Loge P2. Teile von Moros
"Gefängnisstagebuch" wurden 12 Jahre nach der Entführung im Rahmen der
Gladio Ermittlungen eingemauert in einer Wonhung gefunden, die 12 Jahre
zuvor bei einer Razzia gegen die Roten Brigaden durchsucht wurde. Die
Druckerpresse, mit der die Entführer ihre Mitteilungen vervielfältigten,
stammte aus der Abteilung für Spezialeinheiten des italienischen
Geheimdienstes. Hinweise von Augenzeugen über vier am Tatgeschehen
Beteiligte wurden erst nach mehr als einem Monat an die Spezialeinheit
weitergegeben. Schon einen Tag nach der Entführung wurde das Versteck von
Polizisten aufgesucht, die anklopften und gleich wieder gingen, weil
niemand öffnete. Diverse weiterer Hinweise auf das Versteck der Entführer
wurden ähnlich sorgfältig behandelt oder gingen gleich ganz verloren.
Moros Schicksaal wurde jedoch dadurch besiegelt, daß der italienische
Staat zum ersten Mal nicht zu Verhandlungen mit den Entführern bereit war.
Man fand seine Leiche in einem Kofferraum.

Am Montag, den 5. September 1977 erwarteten Hanns-Martin Schleyer
Bewaffnete, die all seine Begleiter töteten und unerkannt von Tatort
entkommen konnten. Der Anschlag war erwartet worden, Schleyers Name war
schon in Planungspapieren der RAF aufgefallen; für ihn galt die
Sicherheitsstufe 1, mit einem Anschlag war zu rechnen. Die Terroristen
machten exakt was von ihnen erwartet wurde, folgten präzise den im
Fahndungskonzept 106 formulierten Verdachtsmomenten und von Terroristen zu
erwartenden Verhaltensweisen. All dies half nichts, Hanns-Martin Schleyer
konnte trotzdem entführt werden.
Und auch in diesem Fall ging alles schief. Z. B. fielen einem aufmerksamen
Anwohner 3 Tage vor der Entführung 2 Frauen in einem Alfa Romeo auf. Er
meldete diese gleich der Polizei und sagte, er glaube, es handele sich um
gesuchte Terroristinnen. Sie seien ihm schon am Vortag aufgefallen, als
sie stundenlang in ihrem Wagen saßen und nichts anderes taten als den
Verkehr zu beobachten. Eine Streife wurde geschickt, das Kennzeichen
überprüft, doch es war scheinbar in Ordnung. Die RAF war jedoch dafür
bekannt sog. Dubletten zu verwenden, gestohlene Autos, die mit dem
Kennzeichen typ-, farb- und ausstattungsgleicher anderer PKW versehen
wurden, die legal im Straßenverkehr unterwegs waren. Deshalb überprüften
die Streifenpolizisten auch die Papiere der beiden Frauen, funkte die
Personalien an die Zentrale, aber der Computer, der gleiche Computer der
Sekunden zuvor noch das Kennzeichen überprüfte, war plötzlich ausgefallen.
Hätte der Computer funktioniert wären nun alle Alarmleuchten angegangen.
Die Ausweise der beiden Frauen waren gefälscht.
Die Großfahndung lief, überall wurden Bürger nach verdächtigen
Beobachtungen befragt, auch in Erftstadt-Libar bei Köln. Eine Vermieterin
erzählte zwei Beamten der lokalen Polizei von einer Frau, Annerose
Lottmann-Bücklers, die just eingezogen war und die Miete in bar bezahlt
hatte. Wieder ein typisches Verhalten der RAF beim Anmieten konspirativer
Wohnungen. Die Polizisten meldeten ihren Fahndungserfolg der zuständigen
Polizeidienststelle aber dort lässt man den Hinweis erst mal zwei Tage
lang liegen. Endlich ging der Hinweis an das zuständige Polizeipräsidium
Köln, aber wieder wurde der Name der Mieterin nicht in den Computer
eingegeben, wieder hätte er alle Alarmleuchten auslösen müssen, denn
Annerose Lottmann-Bückler verliert ihren Ausweis ständig; eine Methode,
mit der die RAF schon seit langem an echte Papiere kam und die es zu einem
sicheren Indiz der Terroristenunterstützung gemacht hatte, wenn man häufig
seinen Ausweis verlor. Der gleiche Behördenapparat, der zuverlässig 5
Terroristenbriefe aus 500 000 Sendungen ausgefiltert hatte, die gleiche
EDV, die binnen Sekunden die Klarnamen der Landshut Entführer ausspuckte,
hatte gleich 2 todsichere Hinweise auf den Aufenthaltsort Hanns-Martin
Schleyers verschlampt. Und als es die Polizei endlich vor die Wohnung 104
im Renngraben 8 schaffte, horchte sie nur an der Wand, hinter der Schleyer
festgehalten wurde, und zog wieder ab. Man fand seine Leiche ebenfalls im
Kofferraum eines Wagens.

Rote Brigaden = RAF, Gladio = SBO, P2 = ?

1990 sagte der CIA Mann Richard Brenner dem italienischen Fernsehsender
RAI, das die italienischen Roten Brigaden, die franz. Action Directe und
die Baader-Meinhof Gruppe (=RAF) assoziiert und infiltriert waren. 1977
sagte Peter Jürgen Boock, eine zentrale Figur der RAF, daß die Autonomie
der RAF eine Fiktion gewesen sei und man wohl des öfteren von
Geheimdiensten geführt worden war.

Italiens Terror endete mit der Loge P2; in Deutschland mordete die 3.
Generation der RAF weiter, neuerdings ohne Spuren, mit nicht mehr Beweisen
als ein paar Bekennerschreiben dubioser Herkunft.

1.2.1985 Erschießung von Ernst Zimmerman

8.8.1985 Sprengstoffanschlag auf die US Airforce Base in Frankfurt und
Erschießung eines US-Soldaten in Wiesbaden

9.7.1986 Ermordung Karl Heinz Bekurts und seines Fahrers

10.10.1986 Erschießung Gerold von Braunmühl

30.11.1989 Ermordung von Alfred Herrhausen

1.4.1991 Erschießung von Detlev Karsten Rohwedder

Alles Morde ohne Spuren, ohne Tatverdächtige, ohne Prozess, ohne Urteil
und mit der militärischen Präzision, die Gladio in Italien, aber niemals
die Roten Brigaden oder die RAF auszeichnete. Zum Schluß bleiben im
wesentlichen 2 Fragen:

- gibt es eine deutsche Loge P2
- und wenn ja, wer sind die deutschen Mitglieder in Führungspositionen von
Wirtschaft, Militär, Justiz, Polizei & Geheimdiensten?

von tommy1808
http://www.userchannel.de/sonntagsseite/newsseite.php?datum=28.12.2003&newsID=374
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Der Name Gladio taucht in der Schweiz in Zusammenhang mit der P 26, P27
auf. P26 war eine Geheimarmee, P27 der Geheimdienst dazu. (P für Projekt)
Die (berechtigte) Idee war, im Falle einer Besetzung (durch die
Sowjetunion) der Schweiz diese Organisationen zu aktivieren. Kampftaktik:
Guerilla; Sabotage, Attentate gegen hochrangige Mitglieder der
Besetzungsmacht usw.
Die Schweizer Armee hätte sich ins Alpenreduit zurückgezogen und von dort
aus den Feind bekämpft, ihm aber eigentlich das Mittelland mehr oder
weniger kampflos übergeben hätte. P26/27 hätten den Feind dann von innen
bekämpft, mit logistischer Unterstützung der Armee.

Ende des Kalten Krieges kam dann das ganze ans Licht. Eine
Untersuchungskommission fand dann auch den Zusammenhnang mit Gladio. Im
Untersuchungsbericht wird Gladio als NATO-Netzwerk mit den gleichen Zielen
wie P26/27 beschrieben. Von Nazibeteiligung ist nichts geschrieben. In der
Schweiz war damit jedoch das Neutralitätsproblem im Rampenlicht, da P26/27
an einem NATO-Netzwerk beteiligt war. In Grossbritannien wäen
Exil-Schweizer stationiert worden. Auch ein Funksystem sollte da
stationiert sein, für alle Gladio-Verbände, der Name fällt mir gerade
nicht mehr ein. Alle Gladio-Verbände hätten von Grossbritanien aus ihre
Befehle erhalten.

Nach Abschluss der Untersuchungsberichts wurden in der Schweiz grosse
Waffen-/ Sprengstoff- und Materiallager ausgehoben, welche ohne Wissen der
Armee angelegt worden waren

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es gibt das buch "raf - phantom". hochinteressant. auch ein film dazu
gelaufen ( beides von Gerhard Wisnewski, hochrangiger journalist ). hab es
gelesen.

zitat : Das bei Knaur erschienene Buch "Das RAF-Phantom", ein Klassiker
der Terrorismus-Literatur ... Der auf diesem Buch basierende Fernsehfilm
"Das Phantom" gewann den 3sat-Zuschauerpreis und den Grimme-Preis.

Inhalt : die raf existiert seit spät. 1982 nicht mehr; seitdem benutzt der
bnd sie als "mantel" um unter diesem namen u. a. attentate ( z. B. auf
herrhausen ! ) u. a. auszuüben.

Es werden vergleiche zur p2-loge und zum aldo moro attentat gezogen.
übrigens gab es da auch seinerzeit, anfang der 80er spiegel-artikel
drüber. gladio - patronenhülsen waren am tatort gefunden worden. die tat
wurde den roten brigaden ( deckmantelvergleich zu raf ) und der gladio -
truppe zugeordnet. sehr brisant und explosiv.

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In Deutschland stellt sich die Jihad-Union als Internet-Erfindung heraus,
während in Österreich doch mehr an einem unter Terrorverdacht Verhafteten
dran zu sein scheint als anfangs angenommen wurde. Wie kann man derlei
aber bewerten ohne Zugang zu den Ermittlungsunterlagen zu haben?

Zunächst hilft es, sich von der Vorstellung klar umrissener Grenzen zu
lösen: hier die Terroristen, die meinen, "gut und edel" jemanden auf
irrige Weise zu "befreien" oder eine für sie "gute" Sache zu unterstützen;
dort die gute und edle Polizei, die guten und edlen Geheimdienste, die
guten und edlen Politiker, die freudestrahlend Fahndungserfolge
präsentieren, die das Volk daheim vor dem Fernseher erleichtert
zurücksacken lassen.

Es kann durchaus sein, dass Terroristen mitnichten jenen dienen, an die
sie denken, sondern am Gängelband ganz anderer hängen, denen der Sinn
weniger nach Befreiung als nach ewigem Unfrieden steht. Auch können
Ermittler den schmalen Grat zwischen Einschleusen und Provozieren
überschreiten, und Geheimdienstangehörige lieber anzetteln als
Informationen mit dem Ziel der Prävention sammeln. Auch Politiker sind
nicht immer ganz frei von verdeckten Motiven, etwa wenn ihnen
Fahndungserfolge sehr recht kommen, um damit ungeliebte neue Maßnahmen
durchzusetzen (in Deutschland wird Innenminister Schäuble gerne so
wahrgenommen).

Zum internationalen Terrorismus Ende der neunziger Jahre schrieb Andreas
von Bülow, einst Minister und Abgeordneter in Deutschland (als
Abgeordneter war er auch im Ausschuss zur Kontrolle der Geheimdienste) in
"Im Namen des Staates": "Man muss von einer Art Marionettenspiel ausgehen,
bei dem die verschiedensten Geheimdienste der Welt ihre jeweiligen Puppen
agieren lassen, ohne ohne dass die Globalleitung zu erkennen gibt, wer für
wen spielt und einsteht." Grenzen gab es dabei keine: die Abu
Nidal-Organisation arbeitete für den israelischen Mossad, der wiederum
nicht immer Berührungsängste nach ganz rechts hatte; der angebliche
KGB-Mann Carlos wurde von einem CIA-Agenten ausgebildet; RAF-Aussteiger
wurden mit Wissen der CIA in der DDR untergebracht; vermeintlicher
Linksterror in Europa war meist Gladio zuzuordnen und wenn es um Waffen,
Finanzierung, sichere Häuser, neue Papiere und Attentate ging, fand
ohnehin vernetzter Austausch statt.

Fast prophetisch fügte Andreas von Bülow drei Jahre vor 9/11 hinzu: "Es
erhebt sich allerdings die Frage, ob dieses Marionettenspiel der nach den
Zunftregeln untereinander abgeschotteten Geheimdienste letztlich wieder
einer Gesamtstrategie unterliegt, indem in der weltweiten
Auseinandersetzung eine Weltmacht versucht, die Supervision zu übernehmen
und den Antiterroristenkampf für ihre eigenen Zwecke zu Lasten anderer
Länder zu missbrauchen." Stichworte wie "Osama Bin Laden" oder "Al Qaida"
fehlen in dem dicken auch als Nachschlagewerk verwendbaren Buch.

Früher konnte man mehr Offenheit in europäischen Gesellschaften
verhindern, in dem man linke Bewegungen (die ja nicht unbedingt mit
Moskauer Kommunismus ident waren) stigmatisierte und nach angeblich
linksextremistischen Anschlägen, von denen eben viele auf das Konto ganz
anderer Kräfte gingen, war jeder Politiker verloren, den man als soft on
communism oder auch direkt als soft on terrorism bezeichnen konnte.
Finanziert wurde der "Euroterror" übrigens, schreibt von Bülow, auch aus
den Marshallplan-Mitteln.

Können wir diese historischen Traditionen auch auf "islamistischen Terror"
anwenden, bei dem zwar ebenfalls eine Instrumentalisierung bekannt ist,
bei dem aber doch oft an verzweifelte junge Männer etwa in den
Palästinensergebieten gedacht wird, die meinen, sich nicht mehr anders als
mit Terror helfen zu können? Was Al Qaida betrifft, so wurde damit
eigentlich die Liste jener Mujaheddin gemeint, die Bin Laden für den Kampf
in Afghanistan im Auftrag von ISI (Pakistanischer Geheimdienst) und CIA
rekrutierte. Nach dem Abzug der Sowjets verloren sie jedoch ihre
Existenzberechtigung, sodass viele als Söldner im Balkankrieg auftauchten
(unter Beteiligung von Bin Ladens "Stellvertreter" Al Zawahiri, wiederum
Interesse der alten "Herren").

Die Jihad-Internet-Union

Anfang September 2007 wurden drei Männer in Deutschland festgenommen, die
der aus Usbekistan stammenden Jihad-Union angehören sollen. Man legte
ihnen zur Last, mehrere Anschläge auch auf US-Stützpunkte geplant zu
haben, und griff angeblich gerade noch rechtzeitig zu, ehe der Sprengstoff
gebastelt werden konnte. Hier begann es sich aber gleich zu verhaken, denn
es handelte sich um H2O2, handelsübliches Wasserstoffperoxid, das
angeblich in grösseren Mengen nur nach Eintrag in ein Buch bei einem
Grosshändler verkauft wird. 720 Liter (wären 72 10l-Kanister oder 12
Fässer, wobei man auf Bildern nur Kanister sieht) sollten mit zwei
weiteren Substanzen zu TATP gemischt oder mit Zündern versehen werden.

Beides ergibt nicht viel Sinn, da Hantieren mit H2O2 und Säuren auch für
Kenner eine Herausforderung ist und sich die "Amateure" wahrscheinlich
selbst in die Luft gesprengt hätten, und H2O2 und Zünder eine seltsame
Kombination darstellt. Dann war auch noch davon die Rede, dass man das
35%ige H2O2 gegen 3%iges ausgetauscht habe, wodurch es für den behaupteten
Zweck erst recht untauglich war, also auch niemand kurz vor einem Anschlag
verhaftet werden musste. Die Kenntnisse der drei müssen auch so überragend
gewesen sein, dass ihnen dies nicht auffiel - und dies sollten wir ohne
Ironie sagen, gingen sie doch laut Minister Schäuble ganz besonders
professionell mit der dauernden Überwachung um.

Sie ignorierten nicht nur diese, sondern gaben auch Interviews als
"Verdächtige" und standen mit ihrem angeblichen Plot bereits im Mai im
"Focus". Auch Festnahme und Wohnungsdurchsuchung waren für sie keine neuen
Begriffe. Den Jüngste von ihnen, Daniel S., wollte der Verfassungsschutz
anwerben, angeblich ohne Erfolg. S. schlug den anderen dann die US-Basis
Ramstein als Anschlagsziel vor, als eine Art Aufnahmeprüfung für Al Qaida.
Fritz S., der im Juli im "stern" erzählen dürfte, wie man sich als
Gefährder unter Beobachtung fühlte, kam im Multi-Kultur-Haus Ulm dem Islam
nahe. Dieses Haus galt als eine Art nachrichtendienstliches
Rekrutierungsbüro und hatte einen Imam als Mitarbeiter, der auch für den
Verfassungsschutz arbeitete. Als Showdown vor der Verhaftung sind sich
dann Ermittler so zahlreich in einem hessischen Dorf auf die Zehen
getreten, dass die Bevölkerung längst merkte, was den Terroristen entging,
die offenbar auch Basics nicht kennen wie die Autokennzeichen und
Automarken des BND.

Der stern schreibt: "Wenn sich islamistische Terrorverdächtige in
Deutschland trafen, dann besonders gerne an der schönen blauen Donau: in
den Städten Ulm und Neu-Ulm. Bin Ladens Finanzchef Mamdouh Mahmud Salim
war hier, laut mehrerer Zeugenaussagen auch Mohammed Atta, einer der
al-Kaida-Todespiloten bei den Flugzeugattentaten in den USA am 11.
September 2001. Zudem soll Mullah Krekar schon an die Donau gereist sein,
der geistliche Kopf der Terrorgruppe Ansar al Islam, die im Nordirak
zahlreiche Anschläge auf Amerikaner verübt hat. Von hier zogen drei
muslimische "Gotteskrieger" los, um in Tschetschenien zu kämpfen. Und der
Terrorverdächtige Reda Seyam, der den Bali-Anschlag im Oktober 2002
mitfinanziert haben soll, lebte in der Region."

Mittlerweile sind Medien den ersten Verweisen auf die merkwürdige Natur
der "Jihad-Union" in Blogs und auf alternativen Nachrichtenseiten
nachgegangen. Und siehe da: die "JU" existiert eigentlich nur im Internet.
Hier ist auch ein Video aus der Sendung "Monitor" abrufbar: Der
Verfassungsschutz Baden-Württemberg, anerkannt kompetent in Sachen
islamischer Terrorismus, suchte monatelang nach der Jihad-Union, die nur
im Internet existiert, ohne Videos von Ausbildung oder Anschlägen, die
andere Selbstdarstellungen von Gruppen kennzeichnen. Es gibt ein paar
Bilder von Vermummten mit Waffen vor einem Transparent und ein Interview
mit dem Anführer; mehr findet sich nicht auf einer türkischsprachigen
Plattform für derlei radikale Organisationen. Eine Woche nach den
Festnahmen tauchte dort auch ein Bekennerschreiben auf, wieder in Türkisch
statt in Usbekisch oder Arabisch.

Angeblich wollten die drei Verhafteten einen Anschlag auf die US-Basis in
Ramstein verüben - aus ihren eigenen Aussagen geht jedoch nicht hervor,
dass sie schon wussten, was sie tun wollen. Deswegen halten die
baden-württembergischen Verfassungsschützer dieses Schreiben auch nicht
für echt. Craig Murray war britischer Botschafter in Usbekistan und
erlebte, dass Erschiessungen von Dissidenten als "Anschläge" bezeichnet
wurden. Die Jihad-Union gab es zuerst als Propaganda, immer waren
usbekische Sicherheitsorgane dahinter, jede einzelne Information, der er
und seine Mitarbeiter nachgehen konnten, erwies sich als falsch.
Bedenklich sei, meint Murray, dass Deutschland enge Beziehungen zum
usbekischen Regime pflege. Benno Köpfer vom Verfassungsschutz
Baden-Württemberg spricht auch in Interviews offen davon, dass die
Jihad-Union nur im Internet existiere. Was das wohl bedeutet für den Plot
um Fritz G.?

Mohamed M. mit "Top-Kontakten"

Laut "News" vom 4.10.2007 hat der am 12.9. verhaftete Hauptverdächtige in
Österreich, der 22jährige Mohamed M. "internationale Top-Verbindungen" und
ist Mitglied von Ansar al-Islam. Diese Gruppe wird auch mit dem von der
CIA aus Italien entführten Abu Omar in Verbindung gebracht, der sich auch
in Österreich aufhielt. Der Chef der Organisation Mullah Krekar pendelte
zwischen Norwegen und dem Nordirak her und musste schon mal für
Anschlags-Fehlalarm in Deutschland 2004 herhalten, wobei der Fehler auf
das Konto der CIA geht. "Sources at the German intelligence bureau claim
that CIA misinformed them about the alleged planned terror action in
Hamburg December 30. Ansar al-Islam was accused of being behind the
attempt. According to information provided TV 2 Nettavisen by German
intelligence, they are convinced that the CIA information is wrong, and
they allegedly fear that American authorities planted the information."

Zur Natur von Ansar al-Islam gibt es unterschiedliche Aussagen, die
einander aber nicht widersprechen: "Then CIA chief George Tenet testified
before the Senate intelligence committee in February 2003, Tenet said that
while the CIA believed Ansar al-Islam had received funding from al Qaeda,
Zarqawi considered himself and his network "quite independent" of al
Qaeda. Receiving money from al Qaeda might qualify Ansar al-Islam as an
"affiliate," but according to Tenet's testimony Zarqawi was no "al Qaeda
leader." Bei Global Research lesen wir: "In all likelihood, Ansar
al-Islam, which is also integrated by Afghan-Arabs, is supported through
the same covert US intelligence channels as other Al Qaeda related
organisations in Central Asia and the Middle East. According to Powell,
the head of the Kurdish terrorist group is a person by the name of Abu
Musab Al Zarqawi who "fought in the Afghan war more than a decade ago".
(Colin Powell's Address to the UNSC, 5 February 2003 ). Ironically, this
statement points to the complicity of Washington rather than Baghdad. What
it actually means is that Al-Zarqawi fought in the US sponsored Afghan
wars as part of a CIA led operation. What Colin Powell's statement
suggests is that their "main suspect" Abu Musab Al Zarqawi was in all
likelihood trained and indoctrinated in a CIA sponsored training camp in
Afghanistan or Pakistan."

Zarqawi gründete die Jama'at al-Tawhid wal-Jihad, als er in Europa war,
und ging dann möglicherweise nach Afghanistan. Später hiess die Gruppe Al
Qaida im Irak, meint Wikipedia. Wenn wir nach der "Army of Palestine"
suchen, die laut "News" einen wichtigen Auftrag vom "Al Qaida-Netzwerk"
erhalten haben, durch den das "Terror-Video" entstand, finden wir Jaish
al-Islam, eine im Irak eher gemäßigt agierende Gruppe, deren anderer Name
aber Tahwid wal Jihad sein soll. Die Frage, ob Saddam Hussein eine
Unterstützung von Al Qaida nachgewiesen werden kann, spielte eine Rolle
vor dem Angriff auf den Irak im März 2007. Deshalb sind Konstrukte
beliebt, mit denen eine existente, zumindest aus greifbaren Personen
bestehende Gruppe ins Al Qaida-Netzwerk verortet wird. Bei Abu Musab
al-Zarqawi werden jedoch sowohl Existenz als auch Ende so phantomhaft wie
bei Bin Laden, der zuletzt gesund im Jahr 1998 und von Krankheit
gezeichnet 2001 aufgenommen wurde.

Er hatte auch ein ähnliches Schicksal wie Osama Bin Laden, da bereits
mehrfach sein Tod gemeldet wurde, ehe er 2006 tatsächlich als tot galt.
Man porträtierte ihn als Schlächter Allahs wegen der Hinrichtung von
Geiseln und erkannte ihn nach seinem Tod wohl an seinem fehlenden Bein, da
das Gesicht seinen früheren Fotos nicht sehr ähnlich sah. Wie viele Beine
hatte er, fragt Karl Weiss in seinem Blog: "Zumindest gab es ihn. Falls es
ihn noch gibt, müßte er nur ein Bein haben - aber das könnte bereits ein
Teil der Desinformationskampagne gewesen sein. Das nämlich, so entnehmen
wir jetzt - keineswegs verwundert - der "Washington Post", ist die Al
Zarqawi-Story, zumindest in ihrer offiziellen Version. Bewußter, andauernd
wiederholter Bullshit - und alle Mainstream-Medien tun beschäftigt und
reden über etwas anderes, als hätten sie nicht mitgemacht. Was das
berühmte Fünkchen an Wahrheit dahinter ist, kann man nur erraten.

Es war für jeden verständigen Menschen, der die ihm vorgesetzten
"Informationen" kritisch betrachtet, bereits einige Zeit abzusehen, daß
ein einzelner Mann nicht all das anstellen kann, was man Al-Zarkawi
andichtete, dem angeblich "zweiten Mann" der Al-Quaida nach Bin Laden, und
angeblich Verantwortlichen für alle Anschläge auf schiitische Zivilisten
im Irak. Ein internes Dokument, welches vom US Militärhauptquartier im
Irak produziert worden war, stellt fest, daß "das Sarkawi PSYOP-Programm
die bislang erfolgreichste Informationskampagne ist." " Er wird für die
Ermordung des zuerst von den USA festgehaltenen Amerikaners Nicholas Berg
verantwortlich gemacht, die besonders brutal, da live auf Video
festgehalten wurde, bei der aber 50 offene Fragen bleiben. Im Sommer 2004
wurde in den USA ein angeblicher Anschlag vereitelt, bei dem ebenfalls
Ansar al-Islam beteiligt gewesen sein soll:

"It wasn't all that long ago that Mullah Krekar, reputedly the leader of
Ansar al-Islam, told the al-Hayat newspaper that he met with "a CIA
representative and someone from the American army in the town of
Sulaymaniya (Iraqi Kurdistan) at the end of 2000," according to the
American Free Press. Moreover, although Reuters never mentions such things
or bothers to put things into historical context (we might reach the wrong
conclusions), members of Ansar al-Islam trained in the CIA's Afghanistan
camps during the US financed covert war against the Soviets. In other
words, Ansar al-Islam, following a long established and well-documented
pattern, is probably a CIA-(Pakistan) ISI creation, part of the Islamic
Terror Network. Funny thing is, as we recall, Colin Powell attempted to
connect Ansar al-Islam to Saddam, a stupid and fatuous claim only the
intellectually somnolent -- that is to say, most Americans -- would buy
into."

Überhaupt kann Terror im Irak auch ganz andere Auftraggeber haben, wie der
Journalist Robert Fisk zitiert wird: "Bereits seit geraumer Zeit war zu
vermuten, daß die fast täglichen Terroranschläge auf friedliche oder
betende Schiiten im Irak, die von "US-Sicherheits-Quellen" dem Geist Al
Zarkawi zugeschrieben werden, in Wirklichkeit Werk der Besatzer im Irak
sind. Sie werden in den Medien meist als Selbstmordanschläge bezeichnet,
haben aber oft die typischen Anzeichen ferngezündeter Bomben, wie sie der
CIA verwendet. Unklar blieb aber weiterhin, wer dann die wirklichen
Selbstmordanschläge durchführt, bei denen irakische Zivilisten das Ziel
sind." Das sieht dann so aus, dass ein Iraker als Sicherheitsmann
ausgebildet wird und dann den Auftrag bekommt, mit dem Auto an einen
bestimmten Punkt zu fahren, anzuhalten und anzurufen. Manchmal steigt so
jemand aus, weil er keinen Empfang hat - und hinter ihm fliegt das Auto in
die Luft...

Der irakische Widerstand ist sehr darauf bedacht, sich von allem
fernzuhalten, was sich "Al Qaida" nennt, wie eine Artikelserie über die
einzelnen Gruppen zeigt. Die auch untereinander koordinierten Gruppen
wenden sich gegen jene, die Anschläge verüben, weil sie wissen, dass es
auch gegen sie gerichtet ist. Oftmals sind jedoch Söldner vor Ort, wenn es
Anschläge gibt, so ihre Erfahrung. "Al Qaida" sind vergleichsweise wenige
und auch eher suspekte Personen. Jaish al-Islam, was vom Wort "Kampf"
kommt, soll darum bemüht sein, zivile Opfer zu vermeiden, ergo auch nicht
terroristisch agieren. Die Organisation in Palästina (ident? verwandt?
namensgleich? es liess sich wenig finden) ist bekannt für die Entführung
und spätere Freilassung eines BBC-Journalisten in diesem Jahr. Diese "Army
of Islam in Palestine", wie sie "News" nennt, leitete nun eine von
"befreundeten Diensten" abgefangene Nachricht, die im Februar an das
österreichische Heeresnachrichtenamt weitergegeben wurde und die von Al
Qaida stammen soll, an ihre "Verbündeten" weiter.

Hier wird es nicht präzise, doch geht es darum, Länder zu bedrohen, die
Soldaten in Afghanistan haben, explizit Deutschland, Niederlande,
Österrreich, mit Botschaften in der Landessprache. Natürlich wird man eine
Botschaft, die ein "befreundeter Dienst" abgefangen haben will, erstmal
analysieren. Dann gab es das amateurhaft gebastelte Video, das von manchen
am 9., von anderen am 10.3. abgefangen oder veröffentlicht wurde. Es liess
sich schnell feststellen, dass ein paar der Bilder von der Webseite des
Verteidigungsministeriums stammten und via Server in Malaysia
runtergeladen wurden. Mohamed M. sah sich mit Malaysia wohl auf der
sicheren Seite, doch verfolgten US-Behörden den Download von dort zu dem
Wiener Telekabel-Kunden M. zurück. "Der ist beim Verfassungsschutz kein
Unbekannter", meint "News" und zitiert: "Der Vater des Genannten war bis
zum Jahre 2003 Leiter der 'Islamischen Union - Sahaba Moschee' in Wien,
welche als Zentrum der ägyptischen Terrororganisation Al Gamma Al Islamiya
in Österreich gilt." Diese Organisation liegt, um es salopp zu sagen,
schon lange im Clinch mit dem ägyptischen Staat: "The group is reported to
be responsible for the killing of Egyptian president Anwar Sadat in 1981;
and hundreds of civilians, dozens of tourists and over 100 Egyptian
policemen in a terror campaign in the 1990s. In 2003 the group renounced
bloodshed but three years later there were reports of an alliance with
terror group al-Qaeda."

Mit der Gamma Al Islamiya wird auch Omar Abdel-Rahman in Verbindung
gebracht, der für das Attentat auf das World Trade Center 1993
verantwortlich gemacht wird. Ebenso zählt Bin Ladens Stellvertreter, Ayman
Al Zawahiri, zu diesen MIlitanten. Abdel-Rahman, der natürlich auch Bin
Laden kannte, gilt auch als "blind Sheikh" und reiste mit CIA-Visum in die
USA, nachdem er bereits als Mujahedin der CIA diente, und arbeitete weiter
für sie, wie die Timeline bei Cooperative Research zeigt. WTC 1993 wird
mittlerweile als inszenierter Terroranschlag betrachtet, bei dem das FBI
die Terroristen lenkte und steuerte, etwa über Emad Salem. Andreas von
Bülow schreibt dazu: "Inzwischen stellte sich heraus, dass die
Terrortruppe von New Jersey lange vor ihrem Anschlag auf das World Trade
Center von CIA und FBI unterwandert war. Bei der Tat war mit dem
Führungsoffizier des FBI abgesprochen, die zur Verwendung vorgesehenen
Chemikalien rechtzeitig gegen harmlose auszutauschen, sodass die Täter
zwar hätten in die Falle gelockt, ein Schaden jedoch hätte vermieden
werden können." Im letzten Augenblick wies der Führungsoffizier aber
seinen Informanten dazu an. die Stoffe doch nicht auszutauschen - mit dem
tragischen Resultat Toter und Verletzter. Für Clinton gab es aber, so von
Bülow, die Chance, sich im Kongress als "tough on terrorism" hinzustellen.

Zwar drängt sich bei diesem Beispiel der Gedanke an die ausgetauschten
Chemikalien in Deutschland im Herbst 2007, dreißig Jahre nach dem
deutschen Herbst, geradezu auf - dennoch sollte unser Augenmerk auch
darauf liegen, was derlei Szenarien für Terroristen bedeuten. Abgesehen
von der Unmoral, Anschläge auf Menschen verüben zu wollen, gehört auch
eine Portion Ignoranz gegenüber Zusammenhängen dazu, wirklich zu glauben,
man könne etwas autonom, unbemerkt und komplex durchziehen. "wie
Pfingstochsen" seien RAF und Co. von den Geheimdiensten an der Nase
herumgeführt worden, wird der RAF-Aussteiger Peter Jürgen Boock zitiert,
für den die Selbstbestimmung der RAF ein Mythos war und der mit der
Entführung von Hanns Martin Schleyer und Ermordung in Verbindung gebracht
wird. Dabei spricht er von den Überwachungsmethoden der 70er Jahre und
nicht von den Zeiten grenzenloser und grenzenlos verfolgbarer virtueller
Kommunikation. Mohamed M. hätte also bei all den Namen und Gruppen, die
uns bisher begegneten, ebenfalls eine Recherche anstellen und sehen
können, ob er jemanden oder etwas findet, wo es keinerlei Indizien der
Instrumentalisierung gibt.

Vermutlich ist er aber zu jung, denn laut "News" meldete ihn sein Vater
2002 abgängig (er war damals 17). Dann stellte sich heraus, dass er sich
mehrere Monate im Umfeld des Islamischen Zentrums Mailand aufhielt, wobei
diese Stadt manchmal auch als Zentrum des militanten Islam in Europa
bezeichnet wird. Mehr Background und weniger Schwarzweiss bietet die BBC:
In Italien gibt es keine Integrationspolitik, sodass die meisten Muslime
kaum Italienisch sprechen. In Mailand wurde Abu Omar 2003 auf dem Weg zur
Moschee gekidnappt, der einst in Bosnien gekämpft hatte. Zuerst wurde
behauptet, er sei nach Bosnien gereist, während er längst entführt und
"verhört" wurde. Unser Mohamed M. reiste von Mailand über Syrien legal in
den Nordirak und soll auch in Gebieten gewesen sein, wo Ansar al-Islam
Ausbildungslager unterhielt. Dann versuchte er es mit einer illegalen
Einreise in den Iran, wurde bei einer Polizeikontrolle festgenommen und
kam in Haft. Nur durch Interventionen der österreichischen Botschaft kam
er frei und wurde mit einem lebenslangen Einreiseverbot in den Iran belegt.

Man möchte fast annehmen, dass sowas einem 17jährigen in den Knochen sitzt
und er seinen Befreiern dankbar ist - aber offenbar weit gefehlt, wie die
weitere Geschichte zeigt. Am 10. März 2007 konnte Mohamed M., der immer
auch die Öffentlichkeit suchte, nicht nur das von ihm mitgestaltete
"Terrrorvideo" im TV sehen, sondern auch Kontakt via Web zu "Muheb"
herstellen, einen "Al Qaida-Kader, der für die Öffentlichkeitsarbeit
sorgt". Wie bei der "Jihad-Union" sollte er sich eigentlich nicht ganz
sicher sein können, es hier wirklich mit einem "Al Qaida-Kader" zu tun zu
haben, der mehr will, als Internetfiktionen zu finden. Mohamed M., der von
allen, die ihn kennen, als "liebenswerter Dampfplauderer" beschrieben wird
und so markant im Gedächtnis blieb, dass viele in Wien eine deutliche
Ahnung hatten, wer hinter dem Video steckt, bittet "Muheb", Al Zawahiri
auf "die Drohvideos gegen Deutschland und Österreich" und die
deutschsprachigen Aktivitäten aufmerksam zu machen. Auf dem Video ist auch
ein Ausschnitt auf einem Zawahiri-Video zu sehen, das mit As Sahab-Logo
dem "Multimedia-Arm von Al Qaida" zugeordnet wird. Auf deren Produktionen
gibt es aber auch den Mossad-Agenten Pearlman in Islamisten-Outfit,
manchmal mit Zawahiri zusammengeschnitten, wie wir bereits berichteten.

Mohamed M. und sein Netzwerk

M. fühlte sich sicher, da er anscheinend nicht merkte, dass sein
Fernsehauftritt als vermummter Islamist am 13.3.2007zu auffällig war, wo
er sich auch als "Chef von Al Qaida Österreich" bezeichnete und angab, das
"Terrorvideo" verbreitet zu haben, wobei man ihn wegen des Servers in
Malaysia nicht ausforschen könne (der Upload des Videos ins Netz erfolgte
laut einer deutschen Internetsecurity-Firma in Erfurt). Auch da werden
sich viele gedacht haben, die ihn kennen, dass es nur er sein könne.
Mohamed, der sich cool vorzukommen scheint, bot "Muheb" am 10.3. auch
"Aufklärung" an, was "Erkundung von Anschlagszielen" bedeutet, sofern
"man" sich für Deutschland, Österreich oder Kanada entscheidet. Reizende
Aussichten, kann man da nur als unbedarfter Mensch sagen, Anschlagsziele
en passant im Angebot. Seit dem 26.4.2007 wurden Mohameds sieben (!!!)
Handys abgehört, alle Rufdaten zurückverfolgt. Als normale Handynutzerin,
die schon manchmal verwirrt wird, wenn in einer Besprechung mehrere Handys
am Tisch liegen und man gebeten wird, kurz ein fremdes abzuheben, stehe
ich fassungslos vor den sieben Handys.

Wie bitte hat er sich da zurechtgefunden und nicht vertan, wusste, wo er
wie "konspirativ" zu reden hat (da er ja, wenn er schon sich selbst für
sauber hielt, doch zumindest mal erwägen könnte, dass andere überwacht
werden)? Natürlich ist es, für sehr gut organisierte Menschen, theoretisch
möglich, sieben Handys zu überblicken, auch aufzupassen, was auf welchem
Exemplar gespeichert ist und was wo gelöscht werden sollte. Aber Mohamed
wird auch als Chaot geschildert, der beispielsweise unbedingt bei der
Kundgebung nach der Demo zum Bush-Besuch im Juni 2006 reden wollte. Dann
mussten sie ihn aber erst eine Stunde lang sichen, erzählte mir einer der
Veranstalter kürzlich, der noch hinzufügte, dass er Mohamed M. öfter
begegnete, wenn dieser an linken Demos teilnahm und diesen für einen
"Kasperl" hielt. Unfassbar ist auch, dass M. keinerlei Verdacht hatte,
dass er abgehört wird, da man sowas durchaus merken kann und gerade bei
Anrufen ins Ausland durch Echelon auch die Frequenzen verzerrt werden
(manchmal sind etwa Gespräche mit in Brüssel weilenden Menschen zuerst von
Echos überlagert und dann kaum mehr verständlich).

Gut, Mohamed war liebenswert und unbekümmert (so landete er ja auch in
einem Gefängnis im Iran) und gerade mal 22 Jahre alt - ein Alter, in dem
sich auch viele linke Burschen gerne zumindest in Gedanken und Worten
radikalisieren. Dass "Befreiungskampf" nicht auf Kosten von Zivilsten
gehen darf (wenn sie schon manche andere Menschen als Soldaten sehen
wollen, bei denen andere Kriterien gelten sollen), niemals das Gegenteil
vom eigentlichen Ziel erreichen soll und dass man vor Instrumentalisierung
auf der Hut sein soll, sind da oft leere Worte der alten Abgeklärten, die
mit Bequemlichkeit und Resignation abgetan werden. Ab 2. Mai werden seine
Telefonate auch mobil erfasst, es gibt Bewegungsprotokolle, und tags
darauf setzt die lückenlose Überwachung seiner Internetaktivitäten ein. Am
29. Juli wurde dann auch sein Kinderzimmer verwanzt, man kann nun
ebenfalls Screenshots von seinem Laptop machen. Bei der Entführung von
BBC-Mann Johnston (durch Islamic Army / Jaish al-Islam) soll M. eine
"zentrale Rolle" gespielt haben. Er chattete munter mit "Abu.Ahmed", der
sich wahrscheinlich am Aufenthaltsort Johnstons aufhielt, und leitete als
Mittelsmann Videos an die BBC weiter. Da Johnston am 4.7.2007 freigelassen
wurde, waren M.s Internetaktivitäten in seiner "Vermittlerzeit" bereits
überwacht gewesen.

Er soll auch weitere Internetbeiträge rund um diese Entführung empfangen,
aufbereitet und versendet haben, sowohl schriftlich als auch visuell. Im
Umfeld von Mohamed werden die Behörden auf Umer H. aufmerksam, der
pakistanische Wurzeln hat und beim Heer in der Garde diente.
"Zwischenzeitlich ist auch Mohamed nicht entgangen, dass er überwacht
wird", schreibt News und verweist aud ein abgehörtes Gespräch mit seiner
späteren Frau am 11.6., wo er gesteht, Heroin genommen zu haben. Geld
bekommt Mohamed aus Saudi-Arabien über Western Union, das weltweit zum
Spionieren verwendet wird, und nicht via Hawala. Muss man sich mal
vorstellen, was Mohamed M. und seine Financiers da vorziehen:

"In ''The One Percent Doctrine,'' Mr. Suskind discloses that First Data
Corporation -- one of the world's largest processors of credit card
transactions and the parent company of Western Union -- began cooperating
with the F.B.I. in the wake of 9/11, providing information on financial
transactions and wire transfers from around the world. The huge
data-gathering operation in some respects complemented the National
Security Agency's domestic surveillance program (secretly authorized by
Mr. Bush months after the Sept. 11 attacks), which monitored specific
conversations as well as combed through large volumes of phone and
Internet traffic in search of patterns that might lead to terrorism
suspects. Despite initial misgivings on the part of Western Union
executives, Mr. Suskind reports, the company also worked with the C.I.A.
and provided real-time information on financial transactions as they
occurred."
Man müsste also gar nicht die Telefonate mit Western Union abfangen, wie
es bei Mohamed M. der Fall war, wenn es ohnehin "real time" Informationen
über Finanztransaktionen gibt (ergo auch über die Seite, die eine
Geldsendung abschickt). M. gibt sich als sein Freund Hashem H. aus, der
beim Heer in der Garde dient und nachdem sein Name bei Western Union
angegeben wurde, nun auch überwacht wird. M. ist unverdrossen und geht nun
daran, das Buch "This is our Aqida" von Abu Mohamed El Maqdisi, dem
Chefideologen von Al Qaida und geistigen Ziehvater von Abu Musab
al-Zarqawi, gemeinsam mit Umer H. ins Deutsche zu übersetzen. Bei der
Finanzierung hilft nicht (nur) das Western Union-Geld aus Saudi-Arabien,
sondern auch ein "befreundeter Gastronom aus Wien". Mohameds
Deutschkenntnisse sind, wie auch viele Journalisten wissen, die von ihm
dauernd Briefe bekamen, fehlerhaft. Deswegen wird auch angenommen, dass
nicht er allein für den Text des "Terrorvideos" verantwortlich sein kann,
da hier das Deutsch korrekt ist.

Am 3. Juli, dem Tag, bevor Johnston freigelassen wird, chattet Mohamed
wieder mit Abu Ahmed und will von diesem wissen, ob er Sprengstoffgürtel
vorbereitet habe, was dieser verneint, da er Handgranaten parat habe.
Mohamed drängt ihn, auch einen Sprengstoffgürtel anzulegen. Vier Tage
darauf wird Mohamed gefragt, ob er verhört wurde. Dies nicht, aber die
Sache fange an, denn: "Ich werde streng beobachtet. Immer mindestens fünf
bis sieben Leute, die mich beobachten." Da muss man sich doch wieder an
den "Terrorverdächtigen" Fritz G. in Deutschland denken, der dem "stern"
ebenfalls im Juli und auch zwei Monate vor dem Zugriff erzählte, wie es
sich im Visier der Fahnder lebt. Die Fahner vermuten, so News, dass
Mohameds Gesprächspartner kein Geringerer als Scheich Atiyah Abd al-Rahman
sei, "Senior Officer" der Al Qaida, derzeit Nordiran (?). Eher auf den
Nordirak bezogen wird er in Medienberichten als neue Al Qaida-Hoffnung
genannt.

Man kennt von ihm einen Brief aus dem Jahr 2005 der als authentisch
erklärt wird und wie einer von Al Zawahiri die US-Politik im Irak geradezu
spiegelt, der die "Kalifat"-Pläne offenbar für Dauerpräsenz
entgegenkommen: "For instance, in a Sept. 5, 2006, speech, Bush declared,
`This caliphate would be a totalitarian Islamic empire encompassing all
current and former Muslim lands, stretching from Europe to North Africa,
the Middle East, and Southeast Asia,` Bush said. `We know this because
al-Qaeda has told us.` Yet, Gen. Petraeus and the Bush administration have
chosen to draw the opposite conclusions from the evidence.

Instead of citing this intelligence as reason to begin pulling American
troops out of Iraq, they have used it to justify both the escalation that
lifted U.S. troop levels from about 130,000 in January to around 170,000
now - and Petraeus`s plan to return to the 130,000 troop level next July.
But the facts seem to point the other way - that the U.S. invasion of Iraq
in 2003 relieved pressure on al-Qaeda leaders in hiding and gave them hope
by attracting a new generation of young Muslims to the extremist cause.
Now, by extending the U.S. occupation of Iraq indefinitely, Bush appears
to be continuing to play into al-Qaeda`s hands. ...Or, as Atiyah observed,
`prolonging the war is in our interest."

Man erinere sich hier daran, dass der irakische Widerstand nichts mit der
suspekten Al Qaida zu tun haben will, die zahlenmäßig auch nur sehr klein
ist, und ganz sicher nicht dauernde Kämpfe und Anschläge haben will.
Mohamed steigen die im Grunde anonymen Gesprächspartner zu Kopf, er redet
nun frei davon, "1000 Hamas-Anhänger töten" zu wollen. Er soll vorerst
beim Abhören des Hamas-Führer Ismael Hanniyah helfen, indem er in England
Equipment für zwei Mobiltelefon besorgt. Mohamed verlangt für sich
Kalaschnikow, Patronen und Bomben, da er im Sudan einen Spezialkurs
besuchen will. Die Ermittler erfahren am 1.8. von diesem Vorhaben und
davon, dass Mohamed im September nach Ägypten reisen will. Ende August
spricht er am Telefon darüber, dass im Parlament bald über die
Verlängerung des Einsatzes von ein paar Soldaten in Afghanistan abgestimmt
wird, sodass offenbar ein weiteres Video entstehen soll. Videos sind für
Mohameds Kontakte zu wenig, es müssen schon Taten sein. Mohamed, Mitglied
der irakischen Ansar al-Islam, schlägt dann vor, Deutschland und England
gleichzeitig anzugreifen, weil beide Länder nach den USA am stärksten in
Afghanistan vertreten sind.

Für die Ermittler ist Mohamed in Verbindung mit "maßgeblichen
Entscheidungsträgern", die ihre Zustimmung zu einem bevorstehenden
Anschlag in einem nicht näher bezeichneten Land mit einer großen Zahl an
Menschenopfern noch nicht gegeben haben, und über den Stand der
Vorbereitungen informiert. Im einem Chat erklärt Mohamed, er sei Mitglied
von Ansar al-Islam und 2003 im Irak gewesen, und versucht eine ägyptische
Ärztin für einen Selbstmordanschlag zu rekrutieren. Er wisse "aus
unerfindlichen Gründen" schon, dass sein kanadischer Kontakt überwacht
wird, und sucht nach Software, um seinen Laptop zu überschreiben. Wieder
einmal sind die Fahnder unbemerkt im Kinderzimmer zu Gast und installieren
am 1.9 eine Art Online-Trojaner, sodass sie seinem Vorhaben zuvorkommen.
Am selben Tag heiratet M. und bucht für den 7. zwei Tickets nach Kairo.
Man wollte ihn am 5.9. verhaften, hätte aber dann den Papstbesuch vom 7.
bis 9.9. überschattet. Zum Glück entschloss sich Mohamed, die Reise um
eine Woche zu verschieben, sodass der Besuch des deutschen Papstes
ungehindert über die Bühne gehen kann. Zuerst muss noch sichergestellt
sein, dass die "Zelle" um Mohamed M. keine Verbindungen mehr zur Garde hat.

In Haft behauptet Mohamed M. nun, er habe schon mehrmals verhindert, dass
in Österreich etwas passiere, etwa als ein Mann bei den Protesten gegen
die Mohamed-Karikaturen (die von Hizb ut-Tahrir organisiert wurden, einer
von MI6 und CIA instrumentalisierten Organisation) an ihn herangetreten
sei und sagte, er wolle FPÖ-Chef Strache mit einem Scharfschützengewehr
töten. Dies habe Mohamed verhindert, der Strache in Interviews auch als
einzigen Politiker bezeichnet hat, der ihm imponierte. Mohameds Konflikte
mit der Islamischen Glaubensgemeinschaft begannen übrigens, als er auch
unbedingt etwas gegen die Mohamed-Karikaturen auf die Beine stellen
wollte. Er versucht zu verhandeln, da er dafür gesorgt haben will, dass
die deutsche Geisel Hannelore Khadim im Irak freigelassen wurde (während
ihr Sohn verschwunden bleibt).

Er könne auch erreichen, dass der österreichische Security-Mann Bert
Nussbaumer freikommt, der ebenfalls im Irak entführt wurde. So hofft er
vergeblich, selbst bald wieder freizukommen - offenbar hat er noch nicht
realisiert, wo er sich durch seine Chats und Telefonate hineingeredet hat.
Die Staatsanwaltschaft Wien weist übrigens den Bericht von News durch
Sprecher Gerhard Jarosch als "weit hergeholt" zurück, da es ein
Gefahrenpotenzial, aber keine konkrete Gefahr gegeben habe: "Der (M.) hat
sehr wohl mit anderen gesprochen, was man denn nicht tun könnte. Dass da
demnächst irgendwo eine Bombe hochgehen hätte können, davon sind wir weit
entfernt." In die Ermittlungen fliessen übrigens neben Akten
österreichischer Polizei- und Sicherheitsstellen auch Unterlagen der
deutschen Bundesanwaltschaft in Karlsruhe ein. Auch bei Mullah Krekar, dem
obersten Führer von Ansar al-Islam, der Organisation, die
Frauenrechtlerinnen im Irak mit dem Tod bedroht, ergab sich mal durch
Observation die Frage, ob er via Internet Anschläge befahl oder einfach
nur chattete. Bei Jaish al-Islam können wir noch das Detail nachreichen,
dass die Webseite in den USA gehostet wird:

Jihad Websites hosted in US (Auszug)

The website of Al-Jaysh Al-Islami fi Al-Iraq
http://www.iaisite.info/
ISP: Zipa LLC, New Orleans, LA, USA

Blog featuring video messages by prominent Islamist figures (e.g.
Al-Zarqawi)
http://almagribi.blogspot.com/
ISP: Google Inc., Mountain View, CA, USA

Um es zusammenzufassen, wird Mohamed M. platziert zwischen:

Ansar al-Islam, durch die selben Kanäle verdeckt von den USA unterstützt
wie "Al Qaida" und ähnliche Organisationen

Führer Abu Musab al Zarqawi von CIA trainiert, ihm wurden mehr Anschläge
im Irak zugeschrieben als er sich an unterschiedlichen Orten aufhalten
konnte, es gab eine "PSYOP", die ihn dämonisierte

Wegen Führer Mullah Krekar wird von CIA falsche Anschlagswarnung an
Deutschland herausgegeben; Krekar gibt Treffen mit CIA zumindest 2000 zu,
Krekar besuchte Ulm mit der "nachrichtendienstlichen
Rekrutierungszentrale" Multikultur-Haus

Al Gamma Al Islamiya, zu der auch der "blinde Scheich" des
"unterwanderten" WTC-Attentates von 1993 gehörte und Al Zawahiri, der die
Mujahedin-Operationen in Bosnien und dem Kosovo im Interesse der
Angloamerikaner unterstützte und früher in London Zulunft fand.

Mohamed M. übersetzt Buch von El Maqdisi von "Al Qaida" (über Al Qaida und
CIA gibt es ja nun wirklich massenhaft Literatur)

Auf Terrorvideo Ausschnitte mit Al Zawahiri als Produktion von As Sahab,
Al Qaida-Multimedia-Arm; manchmal werden diese Ausschnitte mit As
Sahab-Produktionen mit Adam Pearlman (Mossad) zusammengeschnitten, wenn
dieser als Islamist auftritt

Geldtransfer über Western Union, das mit der CIA zusammenarbeitet, und
nicht etwa via Halawa

Proteste gegen Mohamed-Karikaturen, die vom CIA- und MI6-asset Hizb
ut-Tahrir angezettelt werden, bringen Mohamed, der dies nachahmen will,
gegen die Islamische Glaubensgemeinschaft auf.

Briefe von Al Ramdan und Al Zawahiri "spiegeln" die Pläne der USA für
Irak-Präsenz

Zumindest die abgefangene Nachricht, dass Videos gegen Deutschland,
Österreich und Holland gerichtet werden sollen sowie die Rückverfolgung
des Herunterladens von Bildern für das Video zu Mohamed M. sind Beitrag
"befreundeter Dienste".

Personen bei Al Qaida, die Mohamed kannte: 0 (kennen = Gesicht, Name,
persönliches Gespräch von Angesicht zu Angesicht)
Personen bei Ansar al-Islam, die Mohamed kannte: ? (es sei denn, er hat
mit 17, als er ausriss, gezielt Kontakte geknüpft)

Alexandra Bader

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Natürlich ist jeder, der nicht ein ausgesprochener Menschenhasser oder
abgestumpfter Ignorant ist, entsetzt über Bilder von Menschen, die von
Bombenexplosionen zerfetzt worden sind. Das gilt für die unschuldigen
Opfer des 11. September ebenso wie für die jüngsten Opfer in London. Das
galt früher für die Napalmopfer Vietnams sowie gegenwärtig für die durch
Splitterbomben Verstümmelten in Afghanistan und im Irak. Und es wird für
die künftigen Opfer im Iran und in Syrien gelten. Aufrichtige Trauer und
echtes Entsetzen über Gewalt und Terror ist wahrlich unteilbar und kennt
keine ethnischen Grenzen. Und doch erweist sich die vordergründige Formel
»Die Anglo-Amerikaner haben aus imperialistischen Gründen die Gewalt
begonnen und ernten nun, was sie gesät haben« bei näherer Betrachtung der
tatsächlichen Umstände als viel zu kurzsichtig.

Als es in der BRD noch wortgewaltige Linksintellektuelle gab, ist mit dem
Thema Gewalt und Terror oftmals anspruchsvoll und vor allem öffentlich
umgegangen worden. Heinrich Böll beispielsweise engagierte sich gegen die
Gewalt, die in den siebziger Jahren vom Staat ausging. Peter Brückner und
Jürgen Seifert – wer kennt heute noch ihre Namen? – setzten sich kritisch
und konstruktiv mit dem sogenannten Verfassungsschutz auseinander, der
nachweislich in vielen Gewalttaten direkt und indirekt involviert war.
Diese Zeiten sind vorbei, obgleich die Geheimdienste heute mehr denn je in
Terroranschläge und Attentate verstrickt sind. Diesbezüglich so dringend
notwendige Hintergrundinformationen werden durch die Massenmedien
bezeichnenderweise nicht verbreitet. Die Einseitigkeit und Einfältigkeit
in den Medien genießt totale Luftüberlegenheit. Heute sind die ehemaligen
Vertreter des Linksintellektualismus, sofern sie nicht verstorben sind,
längst die Büttel des Systems, das sie einst vorgaben zu bekämpfen.

Viele Aspekte über Gewalt und Terror gehen in der gegenwärtigen
Berichterstattung verloren oder werden schlicht totgeschwiegen. Es tut
schon aus diesem Grunde not, sich ein ebenso unkonventionelles wie
undogmatisches Denken zu leisten. Hinter den jüngeren und jüngsten
Anschlägen, verbirgt sich viel mehr als uns die mediale Einheitsfront von
Spiegel bis Welt von »Tagesthemen« bis »Panorama« vormachen will!

Der amerikanische Journalist und Historiker Webster Griffin Tarpley
beispielsweise, seines Zeichen ein unbestrittener Experte in Sachen
Hintergrundinformationen zu Terroranschlägen (vergleiche

http://www.waronfreedom.org), gibt viel Detailwissen weiter, das den
Redakteuren der hierzulande selbstredend »unabhängigen und freien« Presse
entweder verborgen bleibt oder aber von ihr verschwiegen wird. Keiner
dieser beiden Gründe gereicht ihnen zur Ehre. Bereits 1978 enthüllte
Tarpley, daß die Roten Brigaden nichts anderes als die Marionetten der –
heute würde man sagen: neokonservativen – Geheimloge P2 waren. Mit den
Anschlägen zum 11. September verhält es sich sehr ähnlich, wie dies im
deutschen Sprachraum zum Beispiel Gerhoch Reisegger, Mathias Bröckers,
Gerhard Wisnewski und Andreas von Bülow überaus eindrucksvoll dargelegt
haben.

Spinnen wir das Rad doch einmal weiter: Was wäre, wenn Al Qaida sich als
nichts anderes als eine Filiale der anglo-amerikanischen
Nachrichtendienste entpuppen würde? Dann hätte die »westliche
Wertegemeinschaft« den Terrorismus selbst geschaffen und hergestellt.
Tatsächlich sprechen viele Argumente für und nicht etwa gegen diesen auf
den ersten Blick abstrus erscheinenden Gedanken des sogenannten
»synthetischen Terrorismus«. In diesem Zusammenhang sei stellvertretend
nur an das Zusammenspiel des britischen Geheimdienstes MI 5 mit Al Qaida
gegen den Staatschef Libyens, Oberst Muammar al Ghaddafi, auf den 1995 ein
blutiges Attentat verübt worden war, erinnert. 1998 bestätigte der frühere
MI-5-Offizier David Shayler, daß der britische Geheimdienst das Attentat
finanziert habe. In der Folge kam Libyen – und nicht etwa die USA! – mit
dem ersten internationalen Haftbefehl gegen Bin Laden heraus. Nach dem 11.
September gab Ghaddafi Al Dschasira ein Interview und erklärte
bezeichnenderweise: »Wenn es Amerika ernst meinte mit der Ausmerzung des
internationalen Terrorismus, sollte es als erste Hauptstadt London mit
Cruise Missiles angreifen.«

Die Täter und die Auftraggeber sind beim synthetischen Terrorismus ganz
unterschiedliche Leute. Als Täter instrumentalisiert man gerne labile
Menschen, die sich gut als Sündenbock eignen und mit deren Hilfe man
Spuren in die falsche Richtung legen kann. Hierzu zählen etwa Lee Harvey
Oswald, der Kennedy-Mörder, der im übrigen ausgezeichnete Beziehungen zur
Sowjetunion unterhielt. Dies gilt nicht minder für die zweifelhafte
Gestalt Demetrio Tsafendas, den Mörder des Ersten Ministers Südafrikas,
Dr. H. F. Verwoerd, welcher von jenem am 6. September 1966 im Parlament
erstochen wurde. Weder Oswald noch Tsafendas hätten allein auf sich selbst
gestellt ihre Attentate, die das Weltgeschehen verändern sollten,
ausführen können. Genausowenig wie Mohamed Atta am 11. September 2003 ein
Passagierflugzeug ins World Trade Center hätte steuern können. Die
Auftragstrottel, wie Tarpley diese Sorte Attentäter in einem jüngst
erschienenen Interview in der jungen Welt bezeichnet, sind, meist ohne
sich dessen selbst bewußt zu sein, nur die Bauern in einem großen Spiel.
An der Richtigkeit dieser Feststellung kann nicht ernsthaft Zweifel
bestehen.

Dennoch bleibt freilich die Frage offen, wer nun hinter diesen und
ähnlichen Anschlägen tatsächlich steht. Tarpley gibt hierfür eine Antwort,
die dankenswerterweise nicht mit der längst überfälligen Deutlichkeit
hadert: »Ich gehe von einer Geheimregierung in den USA aus, die sich
spätestens zu Beginn der 60er Jahre etabliert hat. Gründer waren CIA-Chef
Allan Dulles, Außenminister John Forster Dulles und Lyman Lemnitzer, der
die Operation Northwood erfunden hat – mit entführten Flugzeugen sollten
US-Städte angegriffen und das Ganze Kuba in die Schuhe geschoben werden.
Später gründete er als NATO-Oberbefehlshaber Europa die bereits erwähnten
Gladio-Einheiten für verdeckte Operationen. Diese klandestine Struktur hat
alles angezettelt: den Kennedy-Mord, den Tongking-Zwischenfall zur
Entfesselung des Vietnamkrieges, die Iran-Contra-Affäre, den 11.
September.« (junge Welt v. 26.7.2005)

Daß das politische Mittel Gewalt und Terror von, nennen wir sie ruhig,
sinisteren Kräften geplant und vorbereitet und mit Hilfe nützlicher
Idioten immer wieder rigoros durchgesetzt wird, ist freilich keine
einzigartige Erscheinung der Gegenwart. In den dreißiger Jahren waren die
bestialischen polnischen Übergriffe gegen Deutsche in den seit dem Ersten
Weltkrieg besetzten Gebiete Ostdeutschlands gezielte Mittel, einen Krieg
zu provozieren. Einen Krieg zu provozieren mit einem Staat, der sich als
das gefährlichste Bollwerk gegen die Errichtung der One World entpuppt
hatte.

Und heute? Gegen welche Länder richtet sich gegenwärtig der Terror? Wofür
stehen diese Staaten ein und gegen wen oder was begehren sie auf? Wem
nützen die Terroranschläge von New York und London? Was anderes sollten
die jüngsten Anschläge zum Ziel haben, als Verunsicherung unter der
jeweiligen Bevölkerung zu schaffen, eine weitere Verschärfung sogenannter
Sicherheitsgesetze durchzusetzen, die in der endlichen Abschaffung
bürgerlicher Freiheiten mündet? Nennen wir das Kind doch endlich beim
Namen: Die Anschläge – Gewalt und Terror – dienen als vermeintliche
Rechtfertigung, souveräne Staaten, die sich der Errichtung des anvisierten
globalen Einheitsstaates noch entgegenstellen, auszulöschen bzw. zu
transformieren. Nicht mehr und nicht weniger.
http://www.nordbruch.org/artikel/aGewalt.html