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29 August 2010

Religiöser Aberglaube - Endzeitfantasien kinderpropheten

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Ein evangelikaler Superstar hat seinen Auftritt,
ein Magier des göttlichen Wortes. Ein Kind.
Mit seinem Manager erklimmt der gerade 15 Jahre
alte Alex da Silva die Bühne, und beginnt zu singen,
zu schreien und zu predigen.

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Ana Carolina Lucena Dias and brasilian TV comedian Raul Gil





Ana Carolina Lucena Dias, 14 years old   I belong to God




Entre seu pai, Pr Ezequiel, e o Prefeito César Maia



Matheus Moraes, Photo by Francinete Moraes 11 years old


Matheus: I was born in Rio on the 18th of May, 1998, after a promise. God sent a prophet to earth who told my mom that she would get pregnant very soon and that the baby she was going to give birth to would have a very special gift. He would be a son of God.
At what age did you start preaching?
Officially, I started preaching in 2003. My parents told me that I mumbled Bible phrases when I was a baby—even when I wasn't able to read.

Alex Silva, Photo courtesy of the Silva family

Reihenweise fallen die Gläubigen ohnmächtig zu Boden,
wenn Alex ihnen die Hand auflegt
und den Teufel austreibt.


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Alex da Silva, 15 years old

Alex: I'm the son of a prophecy. When my mom got pregnant, a prophet came to her and told her that I was going to be an instrument in the hands of God.
My rhetoric, my preaching, and my creativity all come from God.

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Missionário Mirim Matheus Moraes

BIBLE BABIES




Nirgendwo auf der Welt verzeichnen die oft
sektenartig erscheinenden Protestanten einen
größeren Zuwachs als hier.
Insgesamt wurden schon 17.000 Gemeinden
mit rund 24 Millionen Mitgliedern gezählt.
Der riesige Erfolg der Evangelikalen liegt
vor allem an den fast wie Popstars
gefeierten Kinderpredigern.

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Ana Carolina Lucena Dias, 12 anos



black farts being good luck -- capture at least one of them in your favorite t-shirt


Alex Silva de 13 anos, "cura" uma fiel que desmaiou durante vigília

Sie sind die Stars der brasilianischen evangelikalen Glaubensgemeinden: Paloma Gomes, 14, und Alex da Silva, 15 Jahre alt. Wenn sie in einem Gotteshaus Einzug halten, schlagen die Emotionen hoch bis zur Ohnmacht. Sie treiben zu nächtlicher Stunde reihenweise böse Geister aus, lassen ihre Gemeindemitglieder in Trance und Ekstase tanzen, und wenn sie ihnen den göttlichen Geist einhauchen, dann klingt das übers Mikrofon wie ein Trommelfeuer.

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 Brasilien ist das Land mit den meisten Katholiken weltweit. Doch als Papst Benedikt XVI. 2007 seine erste Südamerikareise antrat, besuchte er eine Kirche in der schwersten Krise ihrer Geschichte. Kontinuierlich erobern evangelikale Pfingstgemeinden den "Markt" des Glaubens. Nirgendwo in der Welt verzeichnen die oft sektenartig erscheinenden Protestanten einen größeren Zuwachs als dort, bereits 17.000 Gemeinden mit 24 Millionen Mitgliedern wurden aktuell gezählt.


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Paloma Gomes


 Und das liegt vor allem an den fast wie Popstars gefeierten Priestern und Predigern der Evangelikalen, die mit Wunderheilungen, Teufelsaustreibungen und mit einer lebendigen Form des Gottesdienstes den Nerv der Zeit treffen. Innerhalb dieser Bewegung steigen jetzt Prediger und Predigerinnen auf die Kanzel, die noch zur Schule gehen.
Der Film begleitet Alex und Paloma Zuhause in ihren Familien bei der stimmlichen, rhetorischen und modischen Vorbereitung für ihre Auftritte, aber auch beim Fußballspiel, Schulbesuch und Grillfest. Der Übergang vom Propheten zum profanen Jugendlichen ist fließend.

Hysteria, hysterie, hystery


Jesus Camp ist ein US-amerikanischer Dokumentarfilm von Rachel Grady und Heidi Ewing über ein evangelikales Sommerlager für Kinder. Dort werden die Kinder aufgerufen, sich dafür einzusetzen, die Vereinigten Staaten für Christus zurückzugewinnen.

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Der Film wurde im September 2006 in den USA veröffentlicht und für die Oscar-Verleihung 2007 als Bester Dokumentarfilm nominiert. Im Ursprungsland löste der Film zahlreiche Diskussionen über die dargestellten Methoden der Evangelikalen und die Objektivität der Produzenten aus. Der Film wurde 2007 beim Internationalen Dokumentarfilmfestival München in der Originalsprache gezeigt

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Jesus Camp ist eine Dokumentation über das evangelikale Sommerlager Kids On Fire (deutsch: Entflammte Kinder) in North Dakota, das von der Pastorin Becky Fischer geleitet und von Kids in Ministry International  organisiert wird.

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In diesem Ferienlager werden Kinder evangelikaler Christen im Grundschulalter dazu angeleitet ihre „prophetische Gabe" zu entdecken und zu stärken. Von der Pastorin werden die Kinder in einer großen, schlichten Kirche dazu aufgefordert sich von ihren Sünden zu „reinigen" und sich ganz der Mission und der Verbreitung evangelikaler Lehren, z. B. dem Intelligent Design und dem Verbot von Abtreibung, zu verschreiben.

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foetus jesus antreibung abtreibung glaube wahn mord

Die Kinder werden als „ausgewählte Generation" bezeichnet, die Amerika wieder für Christus zurückerobern soll, und daher sollen sie sich der „army of God" (dt.: Armee Gottes) anschließen.

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Durch die Rhetorik der Pastorin – außer ihr predigen vor den Kindern auch noch der „Prophet" Lou Engle und der Prediger Ted Haggard – sowie den Einsatz von Musik, Tanz und PowerPoint-Präsentationen  werden die Kinder animiert, mitzumachen. Diese beten und singen offensichtlich begeistert mit. Mehrmals ist zu sehen, wie eine Vielzahl der Kinder kollektiv in Tränen ausbricht oder in religiöser Ekstase „in Zungen" betet.

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Der Film begleitet schwerpunktmäßig drei Kinder, die am Lager teilnehmen. Alle drei sind fest von der Richtigkeit der Lehren überzeugt und engagieren sich dafür. Der Junge Levi wird, wie viele der Teilnehmer, von seinen Eltern zu Hause unterrichtet und lernt somit ausschließlich evangelikale Standpunkte. So wird ihm beispielsweise beigebracht, dass die Klimaerwärmung keine große Bedeutung haben kann, da sie nur wenige Grad beträgt, und andere Probleme wichtiger sind. Levi hat selbst schon mehrfach gepredigt und will daher Prediger werden. Rachael verteilt regelmäßig kleine Broschüren an fremde Menschen in ihrer Umgebung, wenn sie fühlt, dass diese einer Bekehrung bedürfen. Spott von anderen Kindern ignoriert sie in der Überzeugung, dass nicht die Meinung der Menschen, sondern das Urteil Gottes über sie im Jüngsten Gericht entscheidend ist. Victoria (Tory) ist Mitglied einer Kinder-Tanzgruppe, die mit martialisch anmutenden Auftritten in Pseudo-Militär-Uniformen für einen Kampf für den Evangelikalismus wirbt, und damit offensichtlich besonders Kinder derselben Altersgruppe anspricht. Sie genießt das Tanzen, hört aber nur christliche Musik und verachtet säkulare Künstler wie Britney Spears.


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Die Produzenten des Dokumentarfilms verzichten völlig auf einen Kommentar oder Erzähler aus dem Off, lediglich kurze Angaben zu Personen oder Orten werden eingeblendet. Nur kurzzeitig wird einfache, bedrückende Filmmusik eingespielt und am Ende das Lied Spirit in the Sky. Die Handlung setzt sich aus Filmmaterial aus den Gottesdiensten, Szenen aus dem Alltagsleben der Porträtierten und vielen Stellungnahmen dieser zusammen. Einzige kritische Stimmen sind eingespielte Radiobeiträge, vor allem von Mike Papantonio, der auch in seinem Studio gefilmt wurde. Hintergrund der Radio-Diskussionen war der Streit um die geplante Berufung eines sehr konservativen Richters in den Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten durch Präsident George W. Bush, die von Evangelikalen unterstützt wurde und wegen der Papantonio an die Trennung von Religion und Staat erinnert.